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Über den Wolken, durch die Wolken, unter den Wolken

Kaputte Fernbedienung in Gesundbrunnen

Die Straße und ich

Fahren im Wörterbuch

Seite mit Kunst

"...oder lass mich mit ihnen zieh'n!" - Migranten ante portas

Unterwegs auf Neufundland

Mit dem Einkaufswagen unterwegs

Einen Fahren lassen



Über den Wolken, durch die Wolken, unter den Wolken
Das Fliegen, eine besondere Fortbewegungsart
von Hendrik Schwalb

Fliegen ist anders. Vor allem bei interkontinentalen Fernflügen. Man reist durch Zeitzonen, startet auf einem Kontinent, landet auf einem anderen. Das alles in einem Zustand mehr oder weniger ausgeprägter Schlaflosigkeit. Schlafen an Bord ist häufig nicht möglich. Die Turbinen zu laut, die Klima-Anlage zu aufdringlich, die Sitze zu unbequem.

Manchmal können Flüge aber regelrecht idyllisch sein. Zum Beispiel in der Morgenstunde, wenn das Licht der Sonne langsam über den Horizont kommt. Ebenso das Licht des Abends, das über den Wolken wesentlich intensiver wahrgenommen werden kann, als vom Erdboden aus. Oder wenn man durch Wolken hindurch fliegt.

Die Wolkengebirge erinnern an sanfte Kissen oder schroffe Berggipfel. Merkwürdige Figuren aller Art. Eine Art Wolkenwunderland, in das man unwillkürlich eintauchen, hineinfallen möchte.

Das Essen an Bord ist, milde gesprochen, eigenartig. Undefinierbarer Mampf, der zumeist irgendwie nach Pappe schmeckt.

Man landet in einem ziemlich zerstörten körperlich-seelischen Zustand auf dem Zielflughafen. Leicht desorientiert, auch wegen der Zeitverschiebung, versucht man sein Gepäck vom Gepäckband zu sammeln. Versucht, irgendetwas Essbares zu kaufen. Meist sind diese Versuche recht frustrierend, denn das Essen ist fast ohne Ausnahme gnadenlos überteuert, gleichfalls die Getränke. Flughäfen sehen sich zudem verblüffend ähnlich, sind ungemütlich, laden kaum zum Verweilen ein. "Es ist kein Wunder, dass es in keiner Sprache den Ausspruch ‚Schön wie ein Flughafen' gibt. Denn Flughäfen sind nicht schön." So steht es in einem Buch des Autors von "Per Anhalter durch die Galaxis", Douglas Adams.

Trotzdem hat man in diesen unschönen Örtlichkeiten zumeist einige Stunden auf seinen Anschlussflug zu warten. Direktflüge sind nicht die Regel und häufig teuerer, als diverse Umwege über die Hauptflughäfen der jeweiligen Airline. Eine echte Marktlücke könnten auf den meisten Flughäfen Schlafsäle sein, in denen man sich einige Stunden hinlegen und wirklich schlafen darf. Anstatt auf Sitzen mehr oder weniger verrenkt herumzudösen. Komischerweise gibt es diese Schlafsäle nicht, vielleicht ist den Flughafen-Hotels diese Konkurrenz nicht willkommen.

An Bord der Flugzeuge ist das Leben, wie schon erwähnt, nicht eben schön. Sogar wenn man kurz schlafen kann, wird man zumeist nach wenigen Stunden wieder von der Stewardess geweckt, weil irgendein Essen fällig ist. Man mampft dann die undefinierbare Flugzeugnahrung in sich hinein, und hofft nur inständig, bald am Ziel seiner Reise zu sein.

Allerdings sind die Landungen noch mal ein Ereignis für sich. Erst ganz kurz nachdem man so etwas Ähnliches wie eine Einflugschneise zu Gesicht bekommt, setzt der Flieger auf. Meist hat man also bis zuletzt das Gefühl, auf irgendwelchen Dächern, Straßen oder Industrieanlagen landen zu müssen. Erst nachdem das Flugzeug ausgerollt ist, macht sich wieder leichtes Wohlfühlgefühl breit. Dann muss man nur noch sein Gepäck vom Gepäckband holen, durch den Zoll und kann endlich hoffen, wieder etwas Richtiges zu essen, und wieder richtig schlafen zu können.

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